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Bericht von der Frühjahrsregatta Thalfingen 2026

fruehjahrsregatta thalfingen

Wie immer am langen Himmelfahrtswochenende stand auch in diesem Jahr die Frühjahrsregatta samt vorgeschaltetem Training in Thalfingen an. Arbeitsbedingt konnte ich diesmal leider nicht am Training teilnehmen, sondern erst am Freitag Abend anreisen. Dem Vernehmen nach habe ich aber wetter- und windtechnisch nicht allzu viel verpasst. Der Höhepunkt schien in der Ortung und Vermeidung von zahlreichen treibenden Krautinseln gelegen zu haben, welche sich auf dem See relativ unkontrolliert ausgebreitet haben. Empfangen wurde ich dafür gleich mit der legendären Gastfreundlichkeit der Segelgemeinschaft Thalfingen (SGT), die über sämtliche Trainings- und Regattatage ein üppiges Speisen- und Getränkeangebot bereitstellte. Angesichts von Nachttemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt nahm ich außerdem dankbar das Angebot eines Platzes im Bettenlager des Clubs an, wobei ich diese Entscheidung ein wenig bereute, als meine schwäbischen und Schweizer „Mitbewohner“ ihr beeindruckendes Schnarchkonzert begannen…

Ein üppiges Frühstück am Samstag Morgen verbesserte dann die Stimmung wieder, nicht aber die Wetter- und Windverhältnisse, die mit einstelligen Temperaturen, 0-1 Bft. sowie Regen- und Hagelschauern eher dazu anregten, sich mit einem guten Buch an den Kamin zu setzen anstatt segeln zu gehen. Zum Glück verspätete sich die Ankunft der DLRG, so dass wir erst gegen 13 Uhr ausliefen, als es langsam trockener und zumindest etwas wärmer wurde. Da ich das Training verpasst hatte, fuhr ich natürlich gleich in die erste Krautinsel, kam aber immerhin aus eigener Kraft wieder frei. Weiterhin wenig motiviert war der Wind und so schlichen 13 Seggerlinge, vier Splashs, ein Conger, ein Fireball und zwei Optis zunächst ca. 1,5 Stunden um Heidrun und ihre beiden Helfer im Startboot, bis diese dann die Startbereitschaft an Land verlegte. Es kam, wie es kommen musste: keine fünf Minuten nach dem zweifachen Schallsignal lebte der Wind spürbar auf. Doch die Aussicht aufs Kuchenbuffet trieb alle Teilnehmer und Regattaleitung zurück zum Club. Dort brach ich dann mit der Thalfinger Tradition, die Boote direkt am Steg aus dem Wasser zu ziehen, und benutzte ganz spießig die Slipanlage, was prompt dazu führte, dass ich den seit einem Jahr (!) dort baumelnden Kinderdrachenvogel samt Teleskopstange abräumte. Ich verpasse eben ungern eine Gelegenheit, einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen…

Nach Kaffee- und Kuchengelage war der Wind immer noch da, also ging es gegen 15:30 Uhr zurück aufs Wasser, wo kurz darauf der erste Start stattfand. Diesen versemmelte ich grandios und konnte so von hinten zuschauen, wie das Hauptfeld angeführt von Jörn von dannen zog. Am Ende wurde ich Siebter und musste aktiv gegen den Impuls ankämpfen, die Heimreise in Richtung Sofa und Kamin anzutreten. Das wurde aber gleich mehrfach belohnt, denn zum zweiten Lauf wagte sich die Sonne hervor, der Wind nahm auf 3-4 Bft. zu, ich hatte diesmal einen besseren Start und konnte mich auf der zweiten Kreuz zwischen das Führungsduo von Jörn und Achim drängeln und zur Begeisterung von Achim dort festsetzen. Der Wind und Heidrun gönnten uns dann sogar noch einen dritten Lauf. Diesmal liefen Start und Startkreuz perfekt und ich konnte die Luvtonne an erster Position in der Innenposition vor Jörn runden. Dieser schob sich auf den beiden Raumschenkeln natürlich an mir vorbei, konnte mich aber nicht abschütteln und wurde auf der zweiten Kreuz zunächst von der Conger behindert und dann vom Fireball touchiert und ein Stück mitgeschleift. Für manche Segler sind die Vorfahrtsregeln eben nur eine unverbindliche Empfehlung… Am Ende gewann Jörn aber auch diesen Lauf, gefolgt von mir, Walter, Achim und dem Hauptfeld. Um ca. 18:00 Uhr fuhren wir dann leicht erschöpft in der Abendsonne zurück zum Club, wo ein wunderbares Buffet mit riesigen Schweinschnitzeln (für Vegetarier gab’s Putenschnitzel 😉) auf uns wartete. Nach munterem Gelage und lustigem Beisammensein mit einer nicht enden wollenden Batterie von Snacks und Hochprozentigem verbrachte ich eine weitere Nacht im Sägewerk.

Der Sonntag begrüßte uns dann mit Sonne und knapp zweistelligen Temperaturen, aber leider wenig Wind. Heidrun begann, das Ganze persönlich zu nehmen, schickte uns gegen 11 Uhr aber dennoch aufs Wasser. Eine weise Entscheidung, denn es frischte zumindest ein bisschen auf zarte 1-2 Bft. auf, was so gerade für einen vierten Lauf reichte. Dieser brachte dann endlich die übliche Reihenfolge mit Jörn vor Achim vor mir, was auch dem Endergebnis der Regatta entsprach, denn mangels Streicher verhagelte mir der verpatzte erste Lauf weiterhin die Bilanz. Das geht aber völlig in Ordnung, zumal Achim sich vor einigen Wochen bei einem Arbeitseinsatz am heimischen See übel an Hand und Oberkörper verletzt hatte. Das hielt ihn aber weder davon ab stark zu segeln, noch einen neuen Ruderbeschlag und ein neues Vorstag an meinem Seggerling zu montieren – vielen Dank dafür! Auch Nicole laborierte weiter an einer Handverletzung vom letzten Jahr, ersegelte aber insgesamt einen respektablen achten Rang und damit den Ladies Cup. Die Rampp’sche Erfolgsserie wurde komplettiert durch die Siege von Sina im Yardstick-Feld und von Piet bei den Optis.

Letztlich wurden wir alle für unseren Durchhaltewillen belohnt. Neben spannenden Wettfahrten, der überragende Versorgung an Land und stetig verbessertem Wetter gab es zum krönenden Abschluss noch eine kurzweilige Siegerehrung mit schönen Sachpreisen für alle Teilnehmenden und kreativen Wanderpokalen wie der ca. drei Tonnen schweren Klampe für den Besten, der sie noch nie hatte, die nun zur Freude meiner Familie für ein Jahr unser Wohnzimmer ziert... 😊

Marc (GER 480)

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