Zum Ausklang der Saison hatte ich mich für den Kellersee – Ausklang entschieden. Der See ist in Ordnung, der Wind meist segelbar, der Verein super und die Wettfahrtleitung so, wie man sich das wünscht. Leider war am Samstag auch Absegeln auf der Müritz in meinem Heimatverein. Guido, als Vereinsvorsitzender wollte deshalb im Warener Seglerverein bleiben.
Die Unterkunft war gebucht, Startgeld gezahlt und die Wetterprognose positiv. Los ging es für Katrin und mich am Freitag am späten Vormittag. Nach einer Fahrt durch kleinere Regenschauer kamen wir gegen 14:30 Uhr am Kellersee an. Peter war kurz vor uns angekommen und beim Aufbauen von Camper und Boot. Wir waren uns schnell einig, dass wir noch einen kleinen Freitagsschlag machen.
Eine Stunde später sind wir dann bei 2 Bft quer über den See gefahren. Auf der Rücktour wurde der Wind immer schwächer und wir mussten dann mit Pumpen und Paddeln zurück in den Hafen. Segelsport halt. Die Aussichten auf das Treffen mit den anderen Seglern und Crews beim Griechen beschleunigten unsere Rückfahrt. Beim bewährt guten Essen gab es wieder viele Gespräche und wir hatten einen schönen Abend in gemeinsamer Runde.
Insgesamt waren zur Regatta 11 Boote angemeldet. Nele und Lennart mussten aber wegen Erkältung absagen. Sven hat sich wohl auf Grund des angesagten Schwachwindes umentschieden und ist zur Geburtstagsfeier seines Sohnes gefahren.
Samstag, herrlicher Sonnenschein, 21° C angesagt und Wind mit 2 Bft. Schönstes Segelwetter!
Der Verein hatte schon Kaffee, Kuchen und Getränke bereitgestellt. Günter hat den See mit seinen Winden inspiziert, erläuterte den Kurs und eröffnete die Regatta mit der Steuermannsbesprechung. Noch fast eine Stunde Zeit bis zum Start, die wir zum Rausfahren, Einsegeln und Planmachen genutzt haben.
Pünktlich konnten wir starten. Es waren fast alle gleichauf an der Linie. Nur einer war etwas zu früh: Ich. Da ich direkt am Startboot war, konnte ich meine Nummer hören. Also abfallen, die anderen ziehen lassen, zurück und dann Neustart. Es gab etliche nicht vorhersehbare Winddreher und verschieden starke Windfelder. Wolfgang hat den besten Weg durch das Regattafeld gefunden, Dietke und Dirk waren die Verfolger und sicherten sich Platz 2 und 3 im ersten Rennen. Ich habe es noch auf den 4. Platz geschafft und war darüber recht froh.
Der 2. Start war diesmal nicht zu früh. Es gab aber Gedrängel. Wolfgang stand im Wind und konnte nicht reagieren. Ich wollte zwischen ihm und dem Startboot durch, was jetzt nicht mehr ging. Susi hatte das gleiche vor und musste abdrehen. Wolfgang und ich haben uns dann gegenseitig abgehalten um einen Bootskontakt zu vermeiden. Dabei (für mich unerklärlich) habe ich ein paar Liter Wasser genommen. Wir haben aber kaum Zeit verloren. Ich habe versucht weit auf Backbordbug zu segeln und dabei Wasser mit dem Schwamm los zu werden. Das war von Vorteil, denn die anderen kreuzten nach rechts und ich war dann erster an der Luvtonne. Auf der rechten Seite schlief der Wind ein und ich hatte mehr als einen halben Schenkel Vorsprung. Aber dann kam das Windloch zu mir und die anderen fuhren mit dem ankommenden Wind an meine Seite und teilweise vorbei. (Wie gewonnen, so zerronnen.) Auf dem letzten Amwindkurs festigte Wolfgang seine führende Position. Vorwind kamen Susi und ich aber dicht an ihn heran. Ich verlor dann noch meinen Bolzen vom Schäkel der Großschotrolle. Da der Wind aber schwach war, konnte ich das Boot gut weitersegeln. Wenn wir genauso weiter gefahren wären, hätte ich wahrscheinlich den 3. Platz bekommen. Ich hatte aber noch die Möglichkeit, Wolfgang hochzuluven. Also getan. Dadurch ist er Dritter geworden und Susi konnte vor mir durchs Ziel gehen.
Die letzte Wettfahrt des Tages verlief für mich fast unspektakulär. Der Start war mittelmäßig und die Kreuz durch die Winddreher schwierig. An der ersten Leetonnenrundung habe ich dann Susi beim Manöver behindert und durfte noch einen Kringel drehen. Beim nächsten Aufeinandertreffen, war ich
dann aber schon wieder an ihrem Heck. Ich konnte mich langsam aus dem Mittelfeld nach vorne arbeiten. Hier hatte ich es wieder mit Dietke zu tun. Auf dem Weg zur 2. Leetonne haben wir dann verschiedene Strategien des Angreifens und Verteidigens besprochen. Auf dem abschließenden Kurs zur Leetonne waren wir wieder zusammen und haben weiter diskutiert mit dem Ergebnis, dass Dietke mich an die 3. Position gedrängt hat. Da bin ich aber gar nicht traurig, denn das hat Spaß gemacht!
Zurück im Hafen gab es dann lecker Verpflegung: Gegrilltes, Bratwurst, überbackenen Käse, verschieden Salate und Beilagen, natürlich auch Kaffee und tollen Kuchen und Crêpes auf Wunschzusammenstellung! Zwischendurch wurden die Boote abgetakelt und auch schon mal ein Bierchen getrunken. Der gesellige Nachmittag ging ganz locker in einen geselligen Abend über. Danke an den Verein!
Am Sonntag hatten sich die Wetterbedingungen nicht geändert. Schönes Wetter wie am Vortag mit den gleichen Windbedingungen. Vor dem Start bin ich die Linie abgesegelt und konnte die bevorteilte Seite aber nicht bestimmen. Also habe ich es mit meinem Kompass über die Linienpeilung versucht. Das hat dann aber auch nicht geklappt, weil am Kompass die Startzeit herunter lief. Der Start war dann auch nicht gut und ich wurde abgedeckt. Durchs Wegkreuzen habe ich noch mehr verloren und bin dann hinterher gefahren. Wolfgang ist auf die rechte Seite gewechselt und hat sich von der Spitze verabschiedet. Peter, Dietke und Dirk haben sich nach vorne abgesetzt. Auf der 2. Kreuz ist Peter dann zu weit nach links gefahren und hat das Tor für Dietke aufgemacht, die den richtigen Weg gefunden hatte. Dirk konnte dann Peter überholen. Auf dem letzten Vorwindkurs bin ich auch noch an der 300 vorbeigekommen, weil ich etwas mehr Wind hatte. Dirk fuhr sehr schnell und hatte Dietke auf der Ziellinie fast eingeholt. Etwa 1 m Vorsprung hat Dietke dann noch ins Ziel gerettet.
Wolfgang und Dietke hatten mit einem Streicher beide 5 Punkte. Da Wolfgang zwei Rennen und Dietke nur eins gewonnen hatte, ist er der Sieger vom Kellersee-Ausklang 2026 geworden.
Herzlichen Glückwunsch beiden!
Nach dem Boot packen und dem erfreulichen Vernichten der Essensreste ging es gesättigt zur Siegerehrung und zur Heimfahrt.
Malente – Wir kommen sehr gerne wieder!
Frank GER 336
(Fotos: Ina Gronewold)