Der Wetterbericht
Wie es wohl jedem so geht, wird schon Tage, wenn nicht Wochen vor der Regatta der Wetterbericht studiert. Auch wenn jedem klar ist, dass die Informationen, die man so im ganzen Internet findet, sich entweder widersprechen, oder sich vor der Regatta kurzfristig komplett ändern.
Nicht so an diesem Wochenende: schon eine Woche vor dem 3.10. war klar, dass es recht kalt würde – wie im Herbst auch zu erwarten – aber auch sehr windig. Und wider Erwarten änderte sich die Vorhersage nicht. Also sind wir voller Vorfreude am Freitag nach Breitenthal aufgebrochen, wobei einige der Segler schon donnerstags angereist sind, um den freien Freitag für ein Training vor Ort zu nutzen.
Während des Abendessens und weit darüber hinaus wurde weiterhin auf den Wetterbericht geschaut, der sich immer noch nicht ändern wollte und mittlerweile Wind mit bis zu 8bft vorhersagte. Noch waren jedoch alle überzeugt, dass niemals so viel Wind wirklich „ankommen“ sollte.
Tag 1
Nach einem sehr „kurzen“ Abend bei etwas Wein am warmen Ofen verließen nach und nach alle Segler die fahrbaren Unterkünfte, um gemeinsam zu frühstücken – immer mit dabei der Wetterbericht, der sich immer noch nicht geändert hat. Mittlerweile waren die meisten Boote aufgebaut und so langsam wurde es jedem bewusst: der Wind ist da und das genau so, wie von Windfinder und co. prophezeit.
Vor der Steuerleutebesprechung wurden schon die ein oder anderen Stimmen laut, die bei der Materialschlacht nicht teilnehmen wollten. Letztendlich wurde seitens des Wettfahrtkomitees die vermutlich richtige Entscheidung getroffen, dass bei diesem Wind keine Wettfahrten stattfinden sollen. Allerdings mit der Bedingung, dass am Sonntag das erste Starsignal um 08:00 Uhr möglich sei. Diesem Vorschlag stimmten alle Segler einstimmig zu.
Trotzdem ließen sich nicht alle Segler an Land halten und sind zum Training aufs Wasser. Von außen kann man nur sagen, keine Wettfahrten zu machen, war die richtige Entscheidung.
Den Seglern, welche das Material schonten, wurde auch nicht langweilig, da das Team vom SCB darauf vorbereitet war, zu jeder Zeit die Gäste mit Essen zu versorgen.
Tag 2
Nach einem weiteren ebenfalls „kurzen“ Abend bei etwas Wein am warmen Ofen, quälten sich diesmal nur die Segler, nicht jedoch sämtliches Bodenpersonal aus den Unterkünften – teilweise sich fragend, warum man nicht ein Veto bei der Abstimmung eingelegt hat, um zumindest erst um 09:00 Uhr zu starten. Mir fiel erst einmal auf, dass es zwar noch dunkel ist, dass ein oder andere Boot aber um 7 Uhr schon aufgetakelt bereitstand. Die Windvorhersage war heute etwas materialschonender, jedoch schrumpfte das Feld der Seggerlinge von anfangs gemeldeten 19 auf 10. Die 10 Segler, die sich beim Frühstück etwas beeilen mussten, waren aber alle pünktlich zum Start auf dem Wasser. Zu dem, was alles während der Regatta so passierte, kann ich leider nicht allzu viel sagen. Ich denke, alle die dabei waren, waren mehr oder weniger mit sich selbst und dem eigenen Boot beschäftigt da der Wind zwar beherrschbar war aber uns trotzdem sehr gefordert hat. An den Starts wurde auf jeden Fall mit vollem Einsatz gekämpft und der ein und andere ging während den Wettfahrten auch baden.
Nach dem dritten Lauf war die Regatta auch schon wieder vorbei, inklusive dem ein oder anderen Paar kalter Füße, Finger und Ohren.
Nachdem alle Boote aufgeräumt und hier und da ein Segel vom Schlamm befreit wurde, konnte die Organisation wieder mit guter bayrischer Hausmannskost glänzen.
Fazit
Abschließend mussten wir feststellen, es gibt nicht nur zu wenig Wind, sondern auch zu viel.
An diesem Punkt muss man dem Segelclub Breitenthal ein großes Lob für die Organisation, Verpflegung und die nette Gesellschaft geben. Wir wurden herzlichst empfangen und sowohl Samstag als auch Sonntag bestens versorgt. Da vergisst man schnell, dass leider nur einen Tag gesegelt werden konnte.
Patrick – GER 450