
Für alle die ihn nicht kennen, er liegt in Kahl am Main und hat eine Größe von 29 Hektar.
Mein Sohn sagte: “Mama, wenn du 3. wirst, schreibe ich deinen Bericht“.
Gesagt, getan der 3.Platz kam (Dank Marc W.) und mein Sohn erinnerte sich plötzlich nicht mehr daran, jemals so ein Versprechen „ausgesprochen“ zu haben.
Jetzt aber von Anfang an, die Boote waren geladen 2 Seggerlinge und 2 Optimisten warteten bereits am Donnerstagabend auf die Abfahrt, gleich freitags nach der Arbeit/Schule den Weg zum Kahler See zu bestreiten. Die Anreise mit 325 Kilometer und 3,5 Stunden war bis auf die nie „endenden“ Baustellen gut zu fahren. So kamen wir gegen 17.00 Uhr als zweiter nach Michael im Segelgelände an. Der Weg vom Schloss bis dahin war sehr spannend, (man munkelt, einige hätten sich verfahren) da an der Kreuzung nach links Segelclub oder Paradies nach rechts zur Wahl stand.
Wir die Familie Rampp haben kurz überlegt, die Schilder zu drehen, um Jörn in die Irre zu führen, dieser wollte ca. 30 Minuten später kommen.
Nach der Ankunft wurden wir von Sven und seinen Helfern freundlich in Empfang genommen. Er zeigte uns alle Räumlichkeiten, klärte uns über diverse Gegebenheiten vor Ort auf und schilderte schon einmal die Vor - und Nachteile des Kahler Sees.
Der Abend war noch jung und so konnten wir ziemlich entspannt unsere Boote abladen und auftakeln. Dabei stellte Achim ziemlich schnell fest, dass einige Dinge am Schiff fehlten, die Xara wurde dieses Jahr zum ersten Mal aufgebaut.
Langsam trudelten dann Marc E. und Jörn ein und der Platz füllte sich mit Leben und wie wir Marc kennen, auch mit Gesprächen. Nach dem Abendessen stand ein Spaziergang zum Paradies auf dem Plan, mit der Umrundung des Weihertannensees, gleich nebenan. Der Abend ging schnell zu Ende und der Samstagmorgen brach an. Bei Wind von Süd, Süd- West mit 3-4 Bft in der Vorhersage sollte es ein schöner Segeltag werden, wenn da nicht die Slipanlage vor Ort, einigen Seglern Kopfzerbrechen bereitete.
Bereits am Morgen herrschte reges Treiben. Neue Korsar und Seggerlingsegler kamen dazu. So wurde Marc W. und Eberhardt schnell begrüßt. Die Regattaleitung mit ihren fleißigen Helfern bereiteten die Flaggen und Tonnen vor. Nur Jürgen und Werner ließen lange auf sich warten. Voller Tatendrang halfen noch alle Seggerlingsegler zusammen, um die beiden Startklar zu machen. Und siehe da, es macht tatsächlich Sinn, Jörn dabei zu haben, so konnte Jürgen auch trotz vergessenem Segel mit einem Ersatzsegel an den Start gehen.
Die Steuerleutebesprechung wurde pünktlich um 13.00 Uhr mit der Erklärung der Rundung der Tonnen 1, 2, 3 – 1, 3 – 1, 2, 3 – 1 - Ziel durchgeführt und so stand dem um 14.00 Uhr angesetztem Start nichts mehr im Wege.
Geplant waren drei Läufe ohne Pause, mit neun Seggerlingen und 12 Korsaren. Der überschaubare See wurde schnell voll und die Korsare starteten noch vor den Seggerlingen. Der Wind mit 2-3 Bft und vielen Drehern und Böen verlangte etwas Fingerspitzengefühl und die nicht optimale Startlinie verleitete einige Segler zum Frühstart. Ich jedoch entschied mich, von hinten ans Geschehen zu gehen. Vorbei an Eberhardt, Marc W. und Michael. An der letzten Zielkreuz konnte ich Marc E. dann doch noch einholen (trotz Rundung der Tonne 1). Marc musste sich erst wieder sammeln, während Jörn und Achim bereits auf alle anderen warteten. Werner entschied sich nach einem Durchgang lieber seinen neuen Einfädler zu bestaunen und riggte sein Boot dann leider ab.
Der zweite Lauf wurde von mir tatsächlich mit einem Frühstart gekennzeichnet. Jörn und Achim drehten aus Solidarität ebenfalls mit um, was der Reihenfolge des Segelns aber keine Änderung brachte. So wurde es in den hinteren Reihen, zwischen Eberhardt, Marc W. und Michael immer wieder knapp und ich musste mich mit Marc E. duellieren.
Beim dritten Lauf frischte der Wind etwas auf und ich konnte mein Hängen etwas üben. Die Reihenfolge änderte sich beim Zieleinlauf und so konnte Marc E. als dritter ins Ziel, was ein erneutes Rennen für Sonntag spannend machte. Jörn nahm Achim einen Schenkel Vorsprung ab und das hintere Feld (Michel, Eberhardt und Marc W.) war mit gleichen 18 Punkten für Sonntag auf ein Duell eingestellt. Jürgen segelte munter seine Runden. Der Abend wurde mit Spätzle, Braten und verschiedenen Salaten sowie Freibier vom Verein bestens vorbereitet und das fröhliche Fachgesimpel zwischen beiden Bootsklassen stand nichts mehr im Wege. (Vielleicht das kalte Wetter)
Der Sonntag startete mit Regen und wenig Wind. Es wurden Weißwürste und Brezen zum Frühstück serviert. Der Start um 11.00 Uhr angedacht. Was die Seggerlinge auch fokussierten. Der Regen hörte auf und die Seggerlinge starteten mit einer besser vorbereiteten Startlinie noch vor den Korsaren, gegen 11.20 Uhr. Der Wind war kaum vorhanden die Dreher aber schon. Ein Start am Pinnend war mit Backbordbug taktisch von allen Seggerlingseglern klar erkennbar, außer Jürgen, dieser wollte als Einziger mit Steuerbord an den Start. Meine linke Hand, lädiert vom gestrigen Anlegen schmerzte sehr und so segelte ich mit lautem „Marc E. Geschimpfe“ meine letzten Runden ab. „Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte“, dachte sich Marc W. der sich nach Jörn und Achim auf Platz drei segelte. So blieb mir der fünfte Platz und Marc E. musste sich mit dem vierten Platz zufriedengeben.
Beim Boote verpacken frischte der Wind spürbar auf. Die restliche Verpflegung konnte noch bzw. nach der Siegerehrung verzerrt werden.
Es bleibt zu sagen, wer ein kleines Revier mit vielen Winddrehern sucht, kann sich am Kahler See sehr wohl fühlen. Es wurde seitens der Küche und der Regatta Crew alles sehr gut vorbereitet. Ein herzliches Dankeschön dafür. Auch an meine Kinder, die sich das Wochenende über im Opti mit Rollwende und Kreuzen beschäftigten, um uns Eltern das Segeln zu ermöglichen.
Viele liebe Grüße GER 353, Nicole