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Regattaberichte
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- Dietke GER 349
Ansegeln heißt für mich: Auf gutes Wetter warten und nicht bei einstelligen Temperaturen auf dem Wasser zu erfrieren. Auch wenn die Harten unter uns schon zur Regatta am Silbersee fuhren, sind einige von uns zugegebenermaßen Schönwettersegler.
Genau das Wetter gab es zu aller Freude am 12. April in Krefeld.
Die Wettervorhersage versprach 3-4 Bft und Sonne am Samstag sowie 5-7 Bft (die Böen ignoriere man besser) und Bewölkung am Sonntag.
Wir (Dirk-GER468 und Dietke-GER349) hatten das Glück, bereits am Freitagabend auf dem Vereinsgelände übernachten zu dürfen. So ersparten wir uns die stressige und frühe Anreise am Samstagmorgen.
Nach einer noch sehr frischen Nacht tauten wir langsam in der Morgensonne auf und frühstückten mit den ersten schon angereisten Seggerlingseglern. Nach und nach trudelte auch der Rest ein.
Die Mitglieder des SCCR waren bereits fleißig und bereiteten die Regatta sowie alles Drumherum vor.
Um 13:00 Uhr fand die Steuermannsbesprechung statt und für 14:00 Uhr war der erste Start angesetzt.
Die Bedingungen waren wirklich traumhaft, da fiel die Wahl schwer zwischen der kurzen Hose, dem Neopren oder doch aufgrund der noch frischen Wassertemperaturen lieber den Trocko.
Wie immer wurde sich beim Slippen selbstverständlich gegenseitig geholfen, sodass alle rechtzeitig aufs Wasser kamen.
Mir war im Vorhinein berichtet worden, dass der See mit der Insel ein wenig tricky sei. Doch diesmal wurde entschieden, nicht um die Insel herum zu segeln, sondern im westlichen Teil einen Up-and-Down Kurs zu legen.
Insgesamt waren für den Samstag drei Wettfahrten angesetzt und für den Sonntag zwei weitere.
Wir Seggerlinge starteten als Erstes, gefolgt von den Yardstick-Jollen.
Leider hatten wir in der ersten Wettfahrt das Pech, nach der Rundung der Leetonne mitten den Start der Anderen queren zu müssen.
Die erste Runde diente allen zur Eingewöhnung. Ablauftonnen wurden übersehen und die Regeln frischten sich im Gedächtnis auf.
Natürlich fehlte der Wind folgend immer an der Luvtonne, um dann auf dem Leekurs plötzlich zuzuschlagen. So kam es auch zur Luvkenterung von Rainer, dem dabei leider sein Baumbeschlag abbrach. Ich hoffe, es konnte alles wieder repariert werden.
An Land wartete bereits das Team des SCCR mit Kaffee, einem reichlichen Kuchenbuffet und es wurde das Abendessen bereits vorbereitet. Es gab frisch gegrillte Burgerpatties und eine große Auswahl an Belägen.
Die Atmosphäre war total herzlich und die Stimmung super!
Am Sonntag starteten wir mit einem großartigen Frühstücksbuffet, bei dem wirklich jeder fündig wurde. Der Wind war zum Glück nicht so wie vorhergesagt, von 5-7 Bft und Regen war keine Spur zu sehen!
Wieder wurde ein Up-and-Down Kurs ausgelegt, der durch die Lage der Ablauftonne fast als Dreieckskurs durchging.
Der Wetterbericht hatte allerdings mit einer Sache recht…es war böig und es gab viele Dreher.
Ich genoss es, dass Feld eher aus der Mitte heraus zu beobachten, so war ich überall ein bisschen dabei. Ich konnte sehen, wie sich Dirk und Marc E. ein spannendes Duell lieferten, hatte aber auch die anderen noch gut im Blick.
In der letzten Wettfahrt ging es noch einmal spannend um Platz eins und zwei. Ich befürchtete schon, dass ich schreiben müsste…
Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, ich konnte es Eberhard nicht zumuten, noch einen Bericht schreiben zu müssen.
Dirk hatte eine gute Ausgangslage und hielt sich stark, doch Marc E. war am Ende schneller. Als die beiden in der letzten Runde kurz vor der Leetonne noch einmal parkten und netterweise auf uns warteten, rückte das gesamte Feld noch einmal enger zusammen.
Nach der letzten Wettfahrt ging dann alles ganz schnell. Die Boote wurden abgeriggt und es folgte die Siegerehrung.
An dieser Stelle möchte ich noch einmal besonders das Team des Vereins loben. Was sie uns an dem Wochenende geboten haben, war einfach großartig! Die Herzlichkeit, die Organisation und die Verpflegung. Einfach TOP!
Ein weiteres besonders schönes Detail möchte ich noch hervorheben. Bei der Siegerehrung bekam jeder Segler ein gerahmtes Foto vom Samstag.
Was ein Aufwand und eine 1A-Idee!
Außerdem gab es für die ersten drei Plätze Handtücher, viel besser als der üblichen Silberpokale hihi.
Alles in allem war es ein wirklich tolles Wochenende und ein perfekter Start in die Saison.
Ganz liebe Grüße
Dietke, GER 349
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- Eberhard Niehaus
Bericht Einhand-Cup vom 15. bis 16. März 2025 am Silbersee
Der Bericht zur Kulturkeule war noch nicht ganz fertig, da stand bereits die erste Regatta der Saison auf dem Programm. Nach 7-jähriger Pause konnten wir am Silbersee endlich wieder die Seggerlinge zum 17. Einhand-Cup am Silbersee in der Pfalz einladen. Das Wetter ähnelte dem der eine Woche zuvor stattgefundenen Kulturkeule. Jedoch hatten Wind und Temperatur die Zahlen ausgetauscht. Die Temperaturen waren in den einstelligen, aber noch positiven, Bereich abgerutscht, dafür hatte der Wind deutlich in den zweistelligen Bereich in Knoten zugelegt. Nur der Sonnenschein war konstant geblieben. Der Wind hatte am Samstag 4-5 Beaufort, wobei auch Böen mit 6 Bft zu verzeichnen waren. Das war für die erste Regatta im Jahr natürlich eine Ansage. Die Vorhersage für Sonntag lag eine gute Windstärke unter der am Samstag herrschenden Windstärke.
Es hatten sich 8 Seggerlinge angemeldet und so hatten wir perfekte Bedingungen für die erste Ranglistenwertung der Saison. Jedoch, es sollte anders kommen. Werner Schlierike (GER 103) freute sich auf den Einsatz seines nagelneuen Segels, das Jörn Thöne (GER 181) mitgebracht hatte. Leider entpuppte sich beim Aufriggen eine nicht zu lösende Inkompatibilität des neuen Segels zum alten Mast. Das Segel ließ sich einfach nicht hochziehen. Jörn hatte noch einen zweiten Mast dabei, der aber nicht zur Beschlagausrüstung auf Werners Boot passte. Marc Engelhard (GER 480) riggte sein Boot zwar auf, aber empfand die gefühlte Temperatur deutlich unter seinem Wettfahrtmodus und beschloss die Heimreise anzutreten. Hartmut Prömper (GER 413) beschloss es gemütlich anzugehen und den leichteren Wind am Sonntag abzuwarten. Somit gingen am Samstag nur 5 Seggerlinge aufs Wasser. Jedoch kamen beim Start nur 4 Seggerlinge an. Michael Egghart (GER 397) hatte es bis ins Startgebiet geschafft, bevor ihn eine Bö ins Wasser beförderte. Bei der Kenterung blieb er unglücklich am Boot hängen und zog sich eine Zerrung zu, die für ihn das Segel Aus für das gesamte Wochenende bedeutete. Marc Werner (GER 166) war nicht glücklich über den vielen Wind, aber trotzte ihm tapfer mit seinem kleinen Segel und hielt 2 der 3 Wettfahrten am Samstag durch. Durch das kleine Segel konnte er seine Stärken nicht ausspielen und belegte in beiden Läufen den 4 Platz.
Dadurch war die Reihenfolge der restlichen Teilnehmer keine wirkliche Überraschung. Vorne lag mit dem üblichen Abstand Jörn, dahinter folgte Walter Fleschhutz (GER 2) und mit gebührendem Abstand der „ewige dritte“ Eberhard Niehaus (GER 209).
Parallel zu uns Seggerlingen waren 14 ILCA 7 (Laser Standard) gemeldet, die als erste Startgruppe vor uns Seggerlingen starteten. In dieser Startgruppe war die Anzahl der Badegäste deutlich höher als bei uns und die Helferboote hatten ordentlich zu tun. Trotz eines leistungsmäßig gut besetzten ILCA 7 Feldes hätte Jörn auch bei einer Gesamtwertung den ersten Platz der Gesamtregatta geholt. Das einzige Manko der Regatta war, dass wir auf Wunsch der ILCA-Klasse einen Up-And-Down-Kurs segeln mussten und uns das mit mehr Gleitspaß verbundene Dreieck verwehrt blieb. Die Rauschefahrt konnten wir nur beim Zieleinlauf mit Halbwind oder in den kurzen Pausen zwischen den einzelnen Läufen erleben.
Am Sonntag griff Hartmut bei 3-4 Bft ins Geschehen ein und so konnten wir wenigstens in einem Lauf 5 Seggerlinge werten und Eberhard konnte seinen „ewigen Dritten“ Platz im letzten Lauf an Hartmut übergeben. Für die Gesamtwertung machte es jedoch keinen Unterschied mehr und somit musstet Ihr nun zwei Berichte von mir ertragen. Ich kann Euch aber beruhigen: Es wird wohl so schnell nicht wieder vorkommen.
Ergebnis: 1. Jörn Thöne GER 181, 2. Walter Fleschhutz GER 2, 3. Eberhard Niehaus GER 209, 4. Marc Werner GER 166, 5. Hartmut Prömper 413, 6. Michael Egghart GER 397 – Werner Schlierike GER 103 – Marc Engelhardt GER 480
Herzliche Grüße aus der Pfalz
Eberhard Niehaus – GER 209
Fotos: Michael Eilers
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- Eberhard Niehaus
Das Lesen des Programms dieser Kulturkeule gestaltete sich, wegen der Mundart, schon herausfordernd und es sollte nicht die letzte Herausforderung sein, die uns während dieser fantastischen Kulturkeule in Nürnberg gestellt wurde. Der Wettergott war in Feierlaune und hat uns nicht nur strahlenden Sonnenschein, sondern auch mehr als nur frühlingshafte Temperaturen geschenkt.
Am Freitagabend beim ersten Treffen wurde ersichtlich, dass wir trotz einiger krankheitsbedingter Absagen eine Rekordbeteiligung von 60 Teilnehmenden bei der Kulturkeule hatten. Wenn wir es jetzt noch schaffen alle Kulturkeulen Teilnehmer aufs Wasser zu bringen, dann haben wir endgültig keine Probleme mit geringen Meldezahlen bei Regatten 😉. In dem recht großen italienischen Restaurant waren 3 Tische a 20 Personen für uns reserviert und dort konnten wir uns von der Anreise erholen und erste Gespräche führen. Wobei, für mich überraschend, das Thema Bootsbau und Tuning im Vergleich zu früheren Kulturkeulen doch recht schwach ausgeprägt war.
Am Samstagmorgen ging es vom Hotel nur einmal über die Straße und schon waren wir auf dem Nürnberger Hauptmarkt, der durch den dort stattfindenden Weihnachtsmarkt samt Nürnberger Christkind weltberühmt ist. Der Weihnachtsmarkt war zwar abgebaut, aber die noch vorhandene Eisbahn mit Glühweinstand standen im starken Kontrast zum herrschenden frühsommerlichen Wetter. Wir teilten uns in 3 Gruppen auf und wurden unter sachkundiger und gut aufgelegter Führung durch die Altstadt hinauf zur Burg geleitet. Trotz der staken Zerstörung im 2. Weltkrieg ist ein Großteil der Altstadt im alten Stil wieder aufgebaut worden und hatte sich für uns fein herausgeputzt. Von der Burg hatten wir zum Abschluss der Führung einen guten Überblick über die ganze Stadt. Der Nachmittag war ohne Programm und so schlenderten die „Seggerlinge“ auf eigene Faust kreuz und quer durch die Altstadt. Manche sollen auch in einem der vielen OpenAir Cafés gesichtet worden sein.
Am Nachmittag stand der nächste Programmpunkt an. Eine Führung durch das weitverzweigte unterirdische Labyrinth der Nürnberger Bierkeller. Dort wurden wir über die dort früher herrschenden strengen Regeln in Bezug auf Bierbrauen und Bierlagerung aufgeklärt. Der Eigner eines Bierkellers durfte diesen nämlich nie betreten, dass machten städtische Bedienstete für ihn (ja, es waren früher nur Männer). Selbstverständlich hatte die Stadt, dies nicht aus Nächstenliebe gemacht, sondern damit die Kontrolle über die Bierqualität und viel entscheidender die zu entrichtenden Biersteuer gewonnen. Wegen der schlechten Qualität des Brunnenwassers war Bier das einzige Getränk, dass täglich ohne Gefährdung der eignen Gesundheit zu genießen war. Dies galt schon von Kindesbeinen an und die üblichen Tagesrationen haben keinen Hang zur Abstinenz erkennen lassen.
Merkwürdigerweise endete der Rundgang durch die Bierkeller in einer Bierbrauerei. Ein Schelm wer böses dabei denkt. Die Brauerei stellt neben Bier auch Whiskey her, der abgesehen vom fehlenden Hopfen auf den gleichen Zutaten und zu Beginn der Herstellung auch gleicher Zubereitung beruht. Erst bei der Verarbeitung der Maische und dem Brennen gehen Bier und Whiskey getrennte Wege. Nach so viel Wissensaufbau war eine Stärkung fällig, die in Form eines 4 gängigen Menüs und ausreichend flüssiger Versorgung gereicht wurde. Kaum hatten wir das üppige Mahl inklusive des fränkischen Schäufeles hinter uns gebracht, erfolgte eine weitere Herausforderung. Gredl und Jens hatten einen Kneipenquiz vorbereitet und wir mussten in 12 Gruppen die uns gestellten Aufgaben lösen. Offensichtlich waren wir nicht beim Americas Cup, denn es gab nicht „There is no second!“, sondern gleich 4 zweite Plätze. Das stellte nun wiederum Gredl und Jens eine Herausforderung, da die vorbereiteten Preise nicht ausreichten. Aber auch diese Herausforderung wurde von den beiden souverän gemeistert.
Den Abschluss fand die Kulturkeule mit einem ausgedehnten Spaziergang am Sonntagmorgen wiederum unter fachkundiger Führung über das ehemalige Reichsparteitagsgelände im Südosten der Stadt. Dabei wurde die Gigantomanie der Nazis deutlich erfahrbar. Von Kongresshalle, über Aufmarschstraße und Zeppelinfeld wurde geklotzt, was der Betonmischer hergab. Das geplante Deutsche Stadion sollte Platz für über 400.000 Besucher bieten. Doch die deutsche Baukultur war auch schon bei den Nazis in voller Blüte. Weder die Kongresshalle noch das Deutsche Stadion wurden je fertiggestellt. Heutzutage werden nur noch Zeit- und Kostenpläne überzogen.
Das abschließende Essen in der Nähe des Geländes konnte ich wegen früher Heimreise nicht mehr besuchen. Aber es war eine rundherum gelungene Kulturkeule und unser aller, berechtigter Dank gilt der perfekten Organisation von Gredl und Jens.
Mich hat das Los als drittes Mitglied der dritten Quizgruppe ereilt und trotz des zweiten Platzes, den wir errungen hatten, konnte ich Thomas nicht von dieser fixen Idee abringen. „There is no Third!“ So füge ich in mein Schicksal. Fortsetzung folgt?!
Herzliche Grüße
Eberhard Niehaus – GER 209
Die Fotos in diesem Bericht sind eine Auswahl von allen Fotos von Frank Bauer – GER 336. Alle Fotos findet ihr hier.


